BIT "Gemeinsam statt Einsam" - Bericht vom 03.04.2025

03. April 2025 /

Am 03.04.2025 fand das erste Bewohner*innen-Initiativen-Treffen (BIT) in diesem Jahr statt. Eingeladen hat uns heute "Wir füreinander im Quartier - Handwerker-/Blumenviertel Gifhorn e.V.". Rund 30 Personen aus insgesamt 6 Quartieren von der Nordseeküste bis Adenbüttel waren dabei. Das BIT hat diesmal unter dem Titel "Gemeinsam statt Einsam" stattgefunden und sollte für einen Austausch zu diesem Thema anregen.

Zu Beginn begrüßte uns der Landrat Tobias Heilmann. In seiner Begrüßung betonte er die Wichtigkeit solcher Projekte und Initiativen. Besonders dieses Projekt lobte er für seine Vielfalt und den Zusammenhalt in einer Zeit in der die Trennung in der Gesellschaft geschürt wird und Personen eher auseinander getrieben werden.

Nach den Grußworten des Landerates hat der Vorstand des Vereins die Worte übernommen. Auch sie haben uns nochmal begrüßt und uns mit einem Sprichwort in das Treffen eingestimmt - "Kaufen Sie kein Haus, kaufen sie einen Nachbarn". Dieses Sprichwort soll die Notwendigkeit einer gut funktionierenden Nachbarschaft und des notwendigen Zusammenhalts widerspiegeln. Die Motivation der vielen Ehrenamtlichen scheint unterschiedlich doch im Kern gleich. Sie wollen die Nachbarschaft stärken, den Dialog fördern, ein gutes Miteinander und so zukunfstfähige Quartiere schaffen. Dabei betonen sie auch die Wichtigkeit des Ehrenamts, denn gemeinsam ist man stärker und ein gemeinsames Leben scheint einfacher. Dinge die einem alleine schwer fallen, können gemeinsam leicht oder leichter von der Hand gehen. In dem Quartier und in dem Verein gibt es viele Geflüchtete oder Menschen mit Migrationshintergrund, sie sehen im Ehrenamt auch eine Möglichkeit zur Integration und eine Möglichkeit, um Deutschland etwas zurückzugeben.

"Nicht nur für einen Selbst auch für alle anderen in Deutschland"

"Zuhause wird man nur alt!"

Der Verein besetzt auch eine Glücksbeauftragte und einen Mutmachbeauftragten. Ein gutlaufendes Konzept bei der Initiative sind auch die Win-Win-Partnerschaften. Dabei kommen beispielsweise ein älterer einsamer Herr und eine jüngere Geflüchtete Frau zusammen. Durch regelmäßige Treffen ist der Mann unter Menschen und ist nicht einsam, die Frau hat so die Möglichkeit ihre Sprachkenntnisse zu verbessern. Auch soll ihr Café-Fahrrad zum Herzstück ihres Projektes werden - auf Eindrücke der ersten Fahrten sind wir auch sehr gespannt. Dazu wurde in der Fahrradwerkstatt von Ehrenamtlichen ein Lastenfahrrad umgebaut und so mit einem ausklappbaren Tisch und einem Sonnenschirm ausgestattet. Passend zum AK GWA letzte Woche berichtete die Initiative von der Wichtigkeit einer gelingenden Kooperation zwischen Quartier und Verwaltung. Ihr "starkes Dreieck" besteht aus der Wohnungsbaugesellschaft, Verwaltung und Ehrenamtlichen. Andere Quartiere sagen so eine gelingende Kooperation ist nicht möglich, dieses Quartier zeigt anderes. Sie sagen eine menschliche Begegnung und ähnliche Interessen sind der Ausgangspunkt für diese gute Zusammarbeit zwischen den drei Akteuren.

Zum Thema der Einsamkeit war noch das Stellwerk e.V. aus Gifhorn vor Ort. Das Stellwerk ist ein Verein, der die psychische Gesundheit von den Menschen vor Ort fördern möchte. Sie gaben uns zunächst einen Einblick in die Entstehungsfaktoren und Formen von Einsamkeit. Auch sie bieten viele niedrigschwellige Angebote gegen Einsamkeit an. Dazu gehören unter anderem: Klöncafé, Chor, Kreativtreff und vieles mehr. Hier geht es zu ihrer Website.

Nachdem ausgiebigen Mittagessen bei Lammsuppe, Salaten und vielen Süßspeisen ging es für uns auf zum Quartiersspaziergang. Dabei schauten wir uns das Quartier Handwerker-/ Blumenviertel an machten halt bei dem FamziP - dem Familienzentrum in Paulus. Das FamziP ist ein Familienzentrum das zur Pauluskirche im Quartier gehört. Dieser Ort ist für alle im Quartier offen und bietet verschiedene interne und externe Angebote für alle Altersklassen an. So gehören zu ihren Angeboten ein Kinder-Küchentreff, ein Mädelsabend, ein Spieletreff für Senior*innen und auch die FamziP-Mütter. Die FamziP-Mütter sind Frauen mit Migrationshintergrund und sollen die Angebote für andere Menschen mit Migrationshintergrund mit gleicher Muttersprache noch niedrigschwelliger und ansprechender gestalten. Ihre Angebote sind dabei in den vier Bs unterteilt: Bildung, Beratung, Begleitung und Begegnung und sollen so zum Beispiel die Selbstständigkeit, die Teilhabe oder auch die Selbstwirksamkeit der Menschen im Quartier stärken. Hier werden zwischen der Initiative und dem FamziP Synergien genutzt, denn laut ihnen ist das in Konkurrenz stehen mist und alle sollten miteinander für die und mit den Menschen im Quartier arbeiten.

Auf dem Rückweg schauten wir uns noch andere Teile des Quartiers an und fanden uns am Ende nochml am GWG-Treffpunkt ein. Dort sprachen wir über ein neues Design für die Postkarte des Bewohner*innen-Initiativen-Treffens - seid dabei gerne gespannt auf die Ergebnisse dieser Runde.

Im Anhang findet ihr ein paar Bilder und Eindrücke zu dem heutigen Tag.

Auch hier noch ein weiteres Danke an alle Beteiligten für dieses tolle und informationsreiche Treffen!

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