Rückblick auf die Demokratiesprechstunden 2026
14. Juli 2026 /
Dieses Jahr starteten wir ein neues Online-Austauschformat im Zuge der bevorstehenden Kommunalwahlen in Niedersachsen. An vier Terminen von März bis Juni kamen jeweils rund 10-15 Personen zu den einstündigen "Demokratiesprechstunden" zusammen.
Neben einem offenen Erfahrungsaustausch unter den Engagierten aus verschiedenen niedersächsischen Initiativen und Projekten fanden verschiedene Impulse aus den Quartieren, insbesondere Alt-Laatzen, Nienburg, Burgdorf und Verden, ihren Platz.
Zentral bleibt, dass Vieles, was in der Gemeinwesenarbeit passiert, an sich bereits demokratiefördernd ist. Vor Ort kann Demokratie gelebt und erlebt werden - und nicht bloß über sie gesprochen werden. Und am besten passiert das auch noch mit Freude: „Man muss Spaß und Bock haben bei dem, was man macht", so ein hauptamtlicher Gemeinwesenarbeiter.
Es wurden einige Format- und Aktionsideen zusammengetragen, die für den Dialog in der Nachbarschaft genutzt werden können und dabei nicht immer direkt mit Wahlen oder der institutionellen Demokratie zu tun haben müssen: "Wahl und Stulle", Pflanzentauschen, gemeinsames Fastenbrechen, Grundgesetz feiern, Bürgerräte, Spaß und Lebensfreude im Quartier, Demokratiekonferenzen, Mittags- oder Stammtisch, biographische Interviews, Tanz und Musik, Spiele, Wahlinfo-Café, ...
Immer wieder im Raum standen die Fragen, ab wann etwas "politisch" ist, wie Brücken zwischen den Menschen vor Ort, ihren Anliegen und der kommunalen Politik und Verwaltung geschlagen werden können und wie ein Dialog auf Augenhöhe mit den Parteien und insbesondere Bürgermeisterkandidat*innen hergestellt werden kann.
„Wenn das große Ziel der Gemeinwesenarbeit darin besteht, dass Menschen auf stimmige Weise miteinander interagieren, dann ist das Wichtigste, dass man sie darin unterstützt, (...) die dialogischen Tugenden zu entwickeln. Das heißt achtsam zu sein, (...) hinzuhören, was haben die anderen zu sagen (...). Das Wichtigste ist, Gesprächsräume zu eröffnen, (...) in denen eine wirkliche Kommunikation stattfindet. (...) Das ‚Mastertool‘ für solche dialogischen Räume ist das Spiel. (...) Spielräume zu schaffen, das könnte für mich das ‚Mastertool‘ der Gemeinwesenarbeit sein.“
Philosoph Dr. Christoph Quarch - GWA Gute Nachbarschaft 2020 (7.9.2020, LAG YouTube-Kanal)
Aus dem stark nachgefragten Thema Demokratie- und Dialogförderung im Quartier und vor allem zur Methode SPIELRAUM für gute Nachbarschaft entwickelte sich über die Demokratiesprechstunden hinaus ein umfangreicher, mehrstündiger Arbeitskreis Gemeinwesenarbeit. Dieser fand unter reger Teilnahme am 12. Mai statt und vertiefte das in der ersten "Sprechstunde" angerissene Thema.
Für den weiteren digitalen Austausch zum Thema Gemeinwesenarbeit und Demokratie steht nun auch ein "Space" auf unserer Social-Plattform bereit. Alle vor Ort Engagierten und Tätigen sind herzlich eingeladen, ihre Erfahrungen dort zu teilen und mit anderen in den Austausch zu treten - unabhängig von ihrer Teilnahme an der Demokratiesprechstunde!
